Das Gold des Riesengebirges
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An der polnischen Seite von Riesengebirge (Karkonosze) befinden sich die Hauptgoldabbaustellen in der Nähe von Szklarska Poręba (Schreiberhau), Świeradów (Bad Flinsberg), Jelenia Góra (Hirschberg) und Karpacz (Krummhübel). Als Beweis dienen die Ergebnisse der Schlichtuntersuchungen, die Vorkommen von winzigen Goldmengen in Sanden und Kiesen der hiesigen Bäche bestätigten.
Auf dem Gebiet von heutigem Karpacz konnte man Gold in den Bächen in Płóczki (Querseiffen), Ściegny (Steinseiffen), Wilcza Poręba (Wolfshau), sowie in Sowia Dolina (Eulengrund) finden. Gold wusch man auch in Łomniczka (Kleine Lomnitz), Złoty Potok (Seifenwasser) und Łomnica (Lomnitz). J. G. Volkelt erwähnt in seinem 1775 bearbeiteten und in Breslau herausgegebenen Buch über Bergbau in Schlesien, dass ein gewisser Antonio Wahl behauptete, man könne Gold in der Nähe von Kleinem Teich (Mały Staw) und Schneekoppe (Śnieżka) finden. Der Autor stellt auch fest, dass die Wallonen über größere Goldvorkommen an Bachquellen wussten und dass die goldene Kette für den Fürsten von Liegnitz und Brieg, Georg II., aus dem u. a. in Seifenwasser in Seifengrube (Biały Jar) beförderten Erz angefertigt wurde.
Die Wortteile „Seifen” oder „Seiffen” in den Bachnamen zeugen eindeutig davon, dass man in ihnen nach Gold suchte. Das Wort „Seifen” benennt die Tätigkeit des Sand- und Kieswaschens um Gold zu gewinnen.
Der slawische Name des Baches Plagnitz (Płóknica), der durch Sowia Dolina (Eulengrund) und Wilcza Poręba (Wolfshau) fließt, zeugt davon, dass dort nach wertvollen Metallen und Edelsteinen gesucht wurde. Diese Annahme findet auch in den Wallonischen Büchern aus dem 15. Jahrhundert Bestätigung, in denen man folgende Information finden kann: „Schlucht unter einem Felsenrücken, wo man rotes Gold, Kristalle, Granate und Edelsteine finden kann.”
Auch Płóknica, ein Bach von 1,1 km Länge, der seine Quelle unter Średnia und Czarna Kopa (Mittelberg und Schwarze Koppe) hat und zusammen mit einem anderen Plagnitz (Płomnica) bildet, war schon im Mittelalter ein Schürf- und Abbauort, wovon der slawische Name zeugt.
Die geographischen Namen, die den Wortteil „Eule”, also die verunstaltete keltische Bezeichnung jilova beinhalten, knüpfen an Gold an. Deswegen behauptet Quirling, dass die Kelten schon in der Antike in Eulengrund (Sowia Dolina) nach Gold gesucht haben. Bestätigung dieser These sollen auch die für Kelten typischen Formen der alten Schächte sein.
Die älteste Methode des Goldabbaus beruhte auf Waschen von Teilchen und Krümeln des gelben Metalls aus dem in Gängen oder der Deckenschicht abgebauten Material, wobei der wertlose Stein nicht dicker als 1 Meter war. Tiefer gelegene Vorkommen waren praktisch unzugänglich, da es Bau der Wasserdämme und Entfernen der Kiesel, die für zwei oder drei Personen zu schwer waren, notwendig machte. Solche Tageabbaustätten wurden oft verlassen und die Bergbauarbeiten setzte man in den Untertagebauen fort, die damals Höllen von sogar einigen Dutzend Meter Durchmesser waren und teilweise unter Wasser standen. In dem Untertagebau befanden sich Waschanlagen zum Waschen vom goldhaltigen Sand aus Höllenboden und -wänden. Beispiele für solche Goldförderung, die einem planmäßigeren und systematischeren Abbau vorausging, findet man in Eulengrund (Sowia Dolina).
Eine der Methoden der Goldförderung beruhte auf entsprechender Formung der Wasserlaufbetten und ihrer Umrahmung mit Felsenblocks, samt Wasserschwellen- und Wasserentnahmestellenbau. So vorbereitete Anlage diente als Sieb, in den mit Wasser getriebene Goldteilchen kamen. Das ganze Gebiet, auf dem solche Arbeiten geführt waren, war mit Steinen mit Kreuzsymbol umgeben, die über Grundstückgrenzen informierten. Nach der einige Tage andauernden Wartung konnte jede von den Waschanlagen in Betrieb genommen werden und vielen Generationen der Goldwäscher dienen.
Nach Hirschberger Chronikschreibern fand ein Italiener, Einwohner von Venedig, ein gewisser Jeremiah Vinzentz in Riesengebirge so viel Gold, dass er an der Frontwand seines Hauses die folgende Aufschrift anbringen ließ: Montes Chrysocreos fecerunt nos Dominos (Goldgebendes Gebirge ließ uns Herren werden).
Das Gold ist Edelmetall, weil es den Witterungseinflüssen standhält, sowie rost- und spangrünfest ist. Ein Würfel aus diesem Metall mit Abmessungen 10 cm x 10 cm x 10 cm wiegt fast 20 kg. Gold schmilzt bei 2600 o C und ist dabei sehr plastisch. Ein Gramm dieses Metalls reicht, um einen Draht von 2400 m Länge zu ziehen und eine so dünne Folie anzufertigen, dass sie durchsichtig ist.
Gold war immer ein Symbol des Reichtums und das begehrteste Metall. Manche Menschen steckten sich mit dem Goldrausch an und kamen massenweise an Orte, in denen man das wertvolle Erz finden konnte.
Im Mittelalter suchten es die Wallonen in den Bächen von Riesengebirge; bis heute blieben Überreste einer alten Waschanlage in Wolfshau (Wilcza Poręba) erhalten. Schätzungsweise wurden in den Jahren 1175-1492 im Riesengebirge etwa 3 Tonnen Gold gefördert. Im Jahre 1500 betrug die Weltjahresgoldproduktion ca. 6 000 kg, 1700 – etwa 11 000 kg und 1900 – ca. 350 000 kg.
Das wertvolle Erz fand zahlreiche ungewöhnliche Anwendungen: Leonardo da Vinci soll eine spezielle Haarfarbe für Florentiner Damen gemischt haben; das Gold in Form von 0,0001 mm dünnen Blättern wurde auf vergoldete Gegenstände mit einem Pinsel aus Biberfell aufgetragen; das kolloidale Gold unter dem Namen Cassiusgold wurde zur Herstellung des rubinroten Edelbuntglases und zum Glas- und Porzellanmalen verwendet.
„Narrengold“ nannte Plinius schon in der Antike das Mineral Pyrit, das gegen Blutvergiftung behilflich sein sollte. Sein Name kommt vom griechischem Wort pyr, was Feuer bedeutet, und ist mit den Funken verbunden, die beim Mineralsplittern fliegen. Es kommt ziemlich oft vor und fast jeder hat es im Kies der Riesengebirgsbäche, im Sand und unter kleinen Steinchen gesehen – kleine gelbe Teilchen, die Gold zu Verwechseln ähnlich aussehen. Ein Irrtum ist aber kaum möglich, da am angekratzten Pyrit schwarze Rissen entstehen und diese am Gold gelb sind.
Im antiken Griechenland glaubte man an die magische Kraft von Pyrit und trug es als Amulett. Er wurde auch als Inkastein bezeichnet, da sie aus ihm Spiegel anfertigten, die in den Gruften in Form von geglätteten Mineraltafeln aufgefunden wurden.
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