Die Bergbautradition von Rabenstein

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KRUCZE SKAŁY (RABENSTEIN)

Schon im Mittelalter wurden in Krucze Skały (Rabenstein) Bergbauarbeiten geführt.

Nach einer der Überlieferungen sollen die ältesten Stollen von Gewerken aus Tirol gebohrt worden sein, die hier nach Saphiren und Gold gesucht haben. Diese Information finden wir in "Wegweiser durch das Riesengebirge" aus dem Jahre 1898.

Heute erinnert daran ein Gedenkstein am Fuße des Stollens. Die Stollen wurden in den Hügel- und Berghängen gebohrt, man versuchte an die reichere, tiefer gelegene Sekundärschicht zu dringen. Im 15. und 16. Jahrhundert glichen die Bergbauarbeiten einer Räuberei. Das Ziel war ein möglichst großer Gewinn bei geringfügigsten Eigenkosten. Nur die dichtesten Mineralvorkommen aus den reichsten Minen wurden gefördert. Falls die Lagerung weitreichend war, wurden die Stollen in Richtung des geförderten Schachtes gebohrt oder der Schacht wurde bis zum aktiv abgebauten Stollen vertieft. Auf diese Weise sorgte man für eine gute Lüftung der Mine und einen effizienten Transport des abgebauten Materials auf die Oberfläche. Darüber hinaus bohrte man söhlige Strecken entlang der Hauptlagerung. Wenn der Mineralgang im Dach oder in der Sohle verschwand, bohrte man kleine Blindschächte nach oben oder nach unten. Söhlige Strecken lagen alle 15 Meter voneinander entfernt, von ihnen verzweigten sich zwei Meter hohe Gänge, die Zugang zum Mineralvorkommen ermöglichten. Im Schacht wurde der beförderte Erz sortiert, dann auf die Oberfläche transportiert. Den wertlosen Stein ließ man vor Ort, an den Gangwänden und in den aufgelassenen Gruben gestapelt.

Aus "Schlesische Provinzialblätter" von 1797 erfahren wir, dass ein gewisser Gottfried Exner 1788 oder 1790 zwei Kaolinminen gegründet haben soll. Im Riesengebirge förderte man nicht nur Kaolin, sondern auch Feldspat, da man durch Bearbeitung dieses Minerals den Ton gewann, der zur Herstellung des Porzellans von hoher Qualität notwendig war.

Man sagte, dass Gottfried Exner für eine Tonne Kaolin 20 Franken in Gold bekam. Der gewonnene Rohstoff wurde dann zu Berliner Porzellanmanufakturen geliefert.

Feldspat gehört zu den häufigsten natürlichen Mineralien. In den Magmasteinen, wie z.B. Granit, macht er 50 % der Mineralstoffe aus. Granit von Riesengebirge unterscheidet sich von den anderen Granitsorten durch den charakteristischen rosa Feldspat, der weder in Granit von Strzegom (Striegau) noch von Strzelin (Strehlen) vorkommt.

Meistens hat er die Form von rosa Schildern, die 1 bis sogar 7 cm lang und zu feinen glänzenden Schichten zusammengewachsen sind.

Bis heute können wir Effekte der Tätigkeit des tüchtigen Gottfried Exner sehen, da durch die Bergbauarbeiten am Fuße von Krucze Skały (Rabenstein) zwei Höhlen entstanden sind.

Krucze Skały (Rabenstein) ist nicht nur für Feldspat- und Kaolinvorkommen berühmt, sondern vor allem für Lagerungen der Pegmatite, Saphire und Granate.

In den Granitsteinen können grobkörnige Adersteine vorkommen, die den Namen Pegmatit tragen. Nachdem die Magmamasse erstarrt worden war, hatten Quarz, Feldspat und Muskovit dank Anwesenheit der Gasstoffe die Möglichkeit, zu riesengroßen ineinander durchwachsenen Kristallen zu werden. Unter ihnen kommen oft wertvolle Kristalle von Korund, Turmalin, Amethyst oder Topas vor, sowie Minerale, die Spurenelemente enthalten, wie z.B. Beryll.

Korund ist Aluminiumoxid von sehr großer Härte, 9 Grad in der Mohs-Skala, es steht nur Diamant nach. Hellblaue Korundsteine von sogar 5 cm Durchmesser wurden in den Pegmatiten in Krucze Skały (Rabenstein) gefunden. Dieses Mineral kann rot, dunkelblau, hellblau, rosa, braun, violett, grau, schwarz oder sogar farblos sein. Über die Farbe entscheiden Metallbeimengungen.

Durchsichtige Korundsorten, Saphire und Rubine genannt, sind wertvolle Edelsteine. In den Pegmatiten aus der Umgebung von Wilcza Poręba (Wolfshau) kommen weiße oder hellblaue Saphire von einigen Zentimeter Durchmesser vor.

Die wertvollsten von ihnen wurden Ende des 19. Jahrhunderts in Krucze Skały (Rabenstein) gefunden und befinden sich im Geologischen Museum in Wrocław (Breslau).

Noch im Herbst 2002 fanden gegenwärtige Mineralschürfer schöne Saphire, indem sie das abgebaute Material am Fuße der zwei sichtbaren Stollen der ehemaligen Kaolinmine durchsuchten.

Ein der Minerale war ein kleiner Pegmatitansatz. Die Pfostenbasis war ca. 10 mm hoch und bezauberte mit einer schönen hellblauen Farbe.

Die antiken Griechen widmeten Saphir Zeus – dem Götterherrscher. Kleopatra trug ein riesengroßes Exemplar in ihrer Krone.

Seit jeher schrieb man den Edelsteinen wundertätige Eigenschaften zu. Saphir soll beruhigen, seinen Besitzer fromm und gottesfürchtig machen. Im Mittelalter wurde er von Mönchen und Priestern getragen, da er den müden Körper stärken, den Menschen von Neid und Treubruch reinigen, von Dunkelheit befreien, den Mut einflößen und im Feindbekämpfung behilflich sein soll. Damals nannte man ihn „Siegesstein“.

Eine besondere Kraft hatte Sternensaphir, da die sich in ihm kreuzenden Linien Glauben, Hoffnung und Bestimmung symbolisierten.

Während Spaziergangs entlang des Baches Płomnica (Plagnitz) am Fuße von Krucze Skały (Rabenstein), können wir in seinem Bett Granate finden, die ihren Namen der Ähnlichkeit zu den Granatäpfeln verdanken.

Granate waren besonders populär im Mittelalter und wurden wegen ihrer roten Farbe Karfunkel genannt. Der Hofarzt des Kaisers Rudolf II, Beotius de Boot, glaubte, dass diese Edelsteine aus Wassertropfen entstehen, die kurz vor Vertrocknen mit Blut gefärbt werden. Er erwähnte einen Granatstein in Größe eines Taubeneis, den in seiner Schatzkammer Rudolf II besaß. Den roten Granaten wurden mysteriöse Eigenschaften zugesprochen. Man glaubte, dass je roter der Stein ist, desto bösartiger er ist, da er in sich ein böses Feuer enthalten soll. Granate schützten ihren Besitzer vor Seuche, Donnerschlag und Unehre, stärkten Lebenskräfte, spendeten Entscheidungs- und Widmungskraft einer Idee oder dem geliebten Menschen. Im Mittelalter glaubte man, dass das Granatpulver eine wirksame Medizin gegen viele Krankheiten ist.

Krucze Skały (Rabenstein) ist eines Besuchs auf der Suche nach schönen Saphiren und Granaten wert. Vielleicht wird der Rübezahl gnädig sein und lässt an hier versteckte Schätze rankommen.

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