Die Bergbautradition von Wolfshau (Wilcza Poręba) und Umgebung

tablice informacyjne szlaku górniczego

kamienne drogowskazy szlaku górniczego

Wilcza Poręba (Wolfshau) ist ein der Stadtviertel von Karpacz. In Vergangenheit war es eine unabhängige Siedlung, die zusammen mit anderen Berggütern dem Graf Schaffgotsch aus Bad Warmbrunn (Cieplice) gehörte und von Holzfällern, Hirten und Köhlern bewohnt war. Die letzteren beschäftigten sich mit Holzverkohlung für Hütten und Schmiedewerkstätten aus Kowary (Schmiedeberg) und Ściegny (Steinseiffen). Die letzten Kohlenmeiler brannten in Wilcza Poręba (Wolfshau) um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts.

Wilcza Poręba (Wolfshau) liegt an der Überschneidung von zwei bekannten Riesengebirsgtälern: Sowia Dolina (Eulengrund) und Kocioł Łomniczki (Melzergrund). Hier geführte Bergbauarbeiten nahmen ein breites Ausmaß. Łomniczka (Kleine Lomnitz) – Nebenfluss von Łomnica (Große Lomnitz) wurde schon früh von den Gold- und Edelsteinsuchern besucht. Beschreibungen der Wege, die zum Flusstal führten, finden wir in den Wallonischen Büchern aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Ziemlich reiche Goldvorkommen verursachten die Entstehung der ersten Minen. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden Sucharbeiten in der Nähe der Schneekoppe (Śnieżka) an der böhmischen Seite von Riesengebirge geführt. Am 4. Oktober 1534 bekamen 17 Gewerke vom Kaiser Ferdinand das Privileg, innerhalb von 20 Jahren Metalerze in Obří důl (Riesengrund) zu fördern.

In der gleichen Zeit am gleichen Ort, an der schlesischen Seite der Berge, am Fuße von Śnieżka (Schneekoppe), wurden Bergbauarbeiten in Kocioł Łomniczki (Melzergrund) geführt.

Von ihrer Intensität können unglaubliche Gerüchte über Stollen zwischen dem Tal und Obří důl (Riesengrund) zeugen, die bis heute unter der lokalen Bevölkerung herumgehen. Im 18. Jahrhundert wurde die Förderung von Blei- und Silbererz im Hang von Schneekoppe wieder aufgenommen, was Dokumente aus dieser Zeit bestätigen. Aus der Konzession der Kaiserregentin Elisabeth erfahren wir, dass Bernard Koburg das Recht auf Bergbauarbeiten in Krummhübel und, getrennt, auch im Bergmassiv von Schneekoppe 1711 erhalten hat. Aus den Dokumenten geht hervor, dass auch früher an diesen Stellen ähnliche Arbeiten geführt wurden. In den im 18. Jahrhundert von Suchern entworfenen Bergbauplänen von Schlesien kann man Markierungen der damals wieder entdeckten alten Grubenbauen aus dem 15. und 16. Jahrhundert finden. Die Spuren der damals betriebenen Minen sind längst verwischt und niemand mehr kann sie heute finden.

Jedoch noch im 19. Jahrhundert erwähnten die lokalen Bewohner in Felsen gemeißelte Zeichen in Melzergrund. Es hätten durch Bergleute und Schatzschürfer gelassene Spuren gewesen sein sollen, aber auch Symbole der Orte, an denen es einst zu Tragödien kam. Meistens fand man Zeichen in Form vom liegenden Hammer. Leider sind sie bis in unsere Zeiten nicht erhalten geblieben. Die einzigen Beweise dafür, dass sich am Fuße von Śnieżka (Schneekoppe) Bergleute aufhielten, sind alte Namen auf den Landkarten.

Auf der alten, aus dem 17. Jahrhundert stammenden Karte von Khünovius führt Kocioł Łomniczki den Namen "Maeltzgrund" oder "Maeltzgrube". Das Wort „maeltzen" oder „melzen" kommt von „schmelzen", weich machen. Hier müssen also zahlreiche Stollen tätig gewesen sein, in denen Erze für hiesige Schmieden gefördert wurden; sie haben zum Benennen des Ortes auf der Landkarte aus dem 17. Jahrhundert geholfen.

Am östlichen Hang von Kleine Koppe (Mała Kopa), in der Nähe eines Felsen, der nur vom Hirschberger Tal oder von der Schneekoppe aus gesehen werden kann, erscheint auf der Karte der Name „Kohlgrube”. Vor Jahrhunderten besagte eine ungeschriebene Gewerkensitte, dass der aufgefundene Metalerzgang oder auch das ganze Vorkommen nach dem Entdecker genannt wurde. Wie es der größte Kenner der alten Bergbautraditionen Georg Agricola erwähnt, passierte es einmal in Annaberg, dass eine von einem Köhler entdeckte Minerallagerung "Köhlermine" genannt wurde.

Das in Meltzergrund gewonnene Eisenerz schmelzte man im Ofen des Wolfshauer Eisenbergwerkes in Wilcza Poręba (Wolfshau).

Da existierte auch eine Schmiede, in der das in Kocioł Łomniczki (Melzergrund) gewonnene Eisenerz bearbeitet wurde. Noch Ende des 19. Jahrhunderts konnte man auf den Gebieten, die Gerhart Pohl und Kurt Fromberg gehörten, und wo einst Hüttenöfen tätig waren, Schlackenstücke mit so großem Eiseninhalt finden, dass sie die Magnetnadel in Bewegung setzten. Auch ein niedriger Magnetitzusatz verursacht Entstehung lokaler Magnetfelder und erhebliche

Magnetnadelschwankungen vom Norden.

Von Wilcza Poręba (Wolfshau) aus ist es nur ein Schritt zu Sowia Dolina (Eulengrund), das schon im Mittelalter von Gold-, Edelsteingräbern und Schürfern der unterirdischen Schätzen besucht wurde. Ein bekannter Sucher der wallonischen Zeichen aus dem 19. Jahrhundert, Hauptmann D. Cogho, fand dank Verweisen vom Förster Liebig aus Wolfshau am 21. August 1893 am nördlichen Teil der Felsengruppe Skalny Stół (Tafelstein) in Stein gemeißelte Bergbauzeichen (zwei Bergbauwerkzeuge über einem Kreuz).

Auch in einer wallonischen Notiz finden wir die Wegbeschreibung zu Sowia Dolina (Eulengrund) und seinen Schätzen. „In Arnsdorf frag nach dem Weg zu Schneegruben nach Süden; Wenn du ihn entlang gehst, schau nach einem Spitzhügel /Pfaffenberg/, und wenn du ihn erreichst – lass ihn rechts, im Norden... Schau weiter nach einem Kamm, als ob er aus Steinen geschüttet wäre. Dort hat ein Fluss seine Quelle, der am Hang herunterfließt und dann sich in eine Talenge stürzt.Wenn du an diesem Felsenkamm ankommst, findest du Gold, Granate und Edelsteine…“

In einem Werk aus dem 18. Jahrhundert über Mineralvorkommen in Niederschlesien werden Minerallagerungen in Eulengrund erwähnt. Über Wolfshau am Hang von Czarna Kopa (Schwarze Koppe) konnte man Kupfer-, Silber- und Zinnerz, sowie große Mengen von Eisenerz finden. Der Ort wurde einst "Schwarze Klippe" genannt.

Die erste Erwähnung der in Eulengrund tätigen Gruben stammt aus dem Jahre 1703 und betrifft die Förderung der Granate. Eine ziemlich genaue Beschreibung der hiesigen Edelsteingruben finden wir in dem Reisebericht des Pastors J. T. Volkmar aus Petersdorf (heute Piechowice), der 1760 entstanden und 1777 unter dem Titel "Reisen nach Riesengebirgen” herausgegeben wurde.

Granate sind Minerale, die ihren Namen der Ähnlichkeit zu den Granatäpfeln verdanken. Am Bachboden in Sowia Dolina (Eulengrund) und in Eisenglimmern des Westhanges kann man zahlreiche und ziemlich große rote Kristalle finden, die hier vor Jahrhunderten gefördert wurden. In den 70-er Jahren gelang es dank Anwendung von Desintegrator aus den Felsen ziemlich viele Granate in der Größenordnung von 3 mm zu extrahieren.

Das ganze 19. Jahrhundert lang führte man in Sowia Dolina (Eulengrund) Bergbauarbeiten. Am Fuße von Granaty (Granatenfelsen) und Walońskie Kamienie (Wallonenstein) auf der Höhe von 820 m ü. M. entstand Mitte des 19.

Jahrhunderts eine Grube von Kupfererz mit Bleibeimengung. Der Abbau wurde 1862 eingestellt. Einige Jahre später führte man in der Nähe von Keuligeberg (Buława), aber am linken Ufer des Flusses Plagnitz (Plagnitz), erneut Bergbauarbeiten. Heutzutage kann man hier deutliche Überreste des Stollens sehen, dessen letzter Besitzer die Familie Effnert aus Schmiedeberg (Kowary) war. Im Stollen von 100 m Länge förderte man Kupfererz. Eingestellt waren zwei bis fünf Bergleute aus Steinseiffen. Die Effners Grube wurde 1883 dank der geologischen Entdeckung vom Rentier H. Mende aus Schmiedeberg berühmt. Der von ihm gefundene Andalusit war das erste Exemplar dieses Minerals im Riesengebirge; zur wahren geologischen Sensation des 19. Jahrhunderts wurde der in hiesiger Grube gefundene Adular – Mondstein. Der Name Adular kommt von der Lagerung im Gebirge Adula in der Nähe von St. Gotthard in der Schweiz, wo aus den Klüften der Alpenfelsen schönste Exemplare gefördert wurden. Adular ist Symbol der Schweiz und Sri Lanka. Das im Stollen in Eulengrund (Sowia Dolina) gefundene Exemplar war damals der einzige Adular in ganz Schlesien.

Jedoch die meisten Spuren der Gruben in Eulengrund sind schon durch Zeit verwischt. In Wilcza Poręba (Wolfshau) kann man ein besonderes Naturphänomen beobachten, das zum ersten Mal in den Reiseführern über Schlesien beschrieben wurde. Zwischen dem 13. und 24. Dezember steht die Sonne so tief über dem Horizont, dass sie in Wilcza Porba (Wolfshau) überhaupt nicht zu sehen ist, da sie sich den ganzen Tag lang hinter dem Schmiedeberger Kamm (Kowarski Grzbiet), Riesenkamm (Czarny Grzbiet), Schneekoppe (Śnieżka) und Kopa (Koppe) befindet. So entsteht das Phänomen der scheinbaren Polarnacht.

‹ Zurück zur Liste

Wallonen – die mittelalterlichen Schatzsucher


Schatzsucher kamen ins Iser- und Riesengebirge schon im Mittelalter. Die Lust, Schätze zu finden und Ruhm zu... więcej »

Hornfelsbruch in der Obrońców-Pokoju-Straße in Karpacz (Krummhübel)


Hornfels ist ein Gestein, das durch Einwirkung des heißen Granitmagmas auf Glimmerschiefer entstanden ist. Es ist in sie... więcej »

Geologische Vergangenheit des Riesengebirges


Riesengebirge ist der höchste Teil von Sudeten. Gegen die läufige Meinung, die sogar in manchen Lehrwerken zu finden... więcej »

Das Gold des Riesengebirges


An der polnischen Seite von Riesengebirge (Karkonosze) befinden sich die Hauptgoldabbaustellen in der Nähe von Szklarska... więcej »

Die Bergbautradition von Wolfshau (Wilcza Poręba) und Umgebung


Wilcza Poręba (Wolfshau) ist ein der Stadtviertel von Karpacz. In Vergangenheit war es eine unabhängige Siedlung, die... więcej »

Die Bergbautradition von Rabenstein


KRUCZE SKAŁY (RABENSTEIN) Schon im Mittelalter wurden in Krucze Skały (Rabenstein) Bergbauarbeiten geführt. Nach einer... więcej »

Edelsteinschürfen im Riesengebirge


Der Edelsteinabbau wurde mit Graben der untiefen Schürfgräben und Schächte in den Flusstälern angefangen.... więcej »


panoramas 3D





Interaktywny przewodnik został wykonany w ramach projektu wspólfinansowanego przez Unię Europejską ze śodków Europejskiego Funduszu Rozwoju Regionalnego w ramach Programu Operacyjnego Współpracy Transgranicznej Republika Czeska - Rzeczpospolita Polska 2007-2013.